Wir arbeiten mit der Gemeinde, mit Landwirten oder Privatleuten vor Ort zusammen, die uns ihre Flächen zur Verfügung stellen. Die einzelnen Naturfelder werden jeweils individuell geplant. Bei der Planung werden Ort, Lage und alle weiteren Eigenschaften jeweils neu betrachtet. Üblicherweise bestehen unsere Naturfelder meist aus den folgenden Elementen:

Blühwiese: Herkunftsspezifische, mehrjährige Blühwiesen.
Futterstauden: Bepflanzung mit wenigen größeren Stauden.
Insekten-Habitate: Insektenhotels oder Bodenhabitate
Weitere Veredelung: Wasserstellen, Totholz, Bodensubstrat, etc.

Wir arbeiten gerne eng mit Experten zusammen, wie z.B. dem NABU, die uns sehr kompetent beraten. Ferner sind wir offen gegenüber Ideen der Zusammenarbeit mit Bildungseinrichtungen. Gerne würden wir mit den Naturfeldern z.B. wissenschaftliche Arbeit unterstützen (z.B. durch Beforschung oder Zählungen).

Auch für Schulen können die Naturfelder interessant sein. Vor Ort lassen sich Hintergründe zu den Nahrungsnetzwerken von Wildtieren besonders anschaulich vermitteln.

Planung und Finanzierung

Zunächst müssen Flächen identifiziert werden, die in Frage kommen. Oft verfügen Gemeinden, Städte, Landwirte oder Privatbesitzer aber über Flächen, die lediglich für eine Heuernte genutzt werden. Da gutes Saatgut teuer ist und Bearbeitung, Bewässerung, etc. ebenfalls kosten, ist die Finanzierung durch Sponsoren die erste große Hürde. Zum Glück haben wir unsere Sponsoren, die unsere Arbeit erst ermöglichen.

Vorbereitung und Aussaat

Natürlich können wir als Verein die Bearbeitung der Fläche nicht selbst übernehmen. Der Umbruch und die Vorbereitung für die Aussaat wurde von einem Profi übernommen, der auch über die entsprechenden landwirtschaftlichen Maschinen verfügt. Hier sind wir Jürgen Quinders sehr dankbar, weil er für einen äußerst fairen Preis die eigentlich wichtige Arbeit gemacht hat, nämlich die Blühwiese wirklich realisiert. Und das ist ihm offenbar sehr gut gelungen, obwohl ihm dabei sehr viele Steine im Weg lagen, die er buchstäblich aus dem Weg räumen musste.

Die Blühmischung

Da die Fläche nicht notwendigerweise gemäht werden muss, lohnt es sich in diesem Fall eine mehrjährige Blühwiese auszusäen, bei der auch Arten zum Zuge kommen, die mehrere Jahre brauchen, um sich zu entwickeln. Deshalb haben wir in diesem Fall eine Saatgut-Mischung eingesetzt, die für mehrere Jahre Standzeit ausgelegt ist. Hierbei verlagern sich die dominierenden Sorten, da in der Mischung auch einjährige Sorten vertreten sind.

Wichtig beim Saatgut war uns auch, dass der Hersteller unterschiedliche Mischung entsprechend den Vorkommensgebieten anbietet. Hier haben wir auf die Mischung „Blühende Landschaften – Frühjahrsaussaat“ von Rieger-Hofmann zurück gegriffen. Dies allerdings innerhalb einer Klassifizierung für die jeweiligen Regionen innerhalb Deutschlands. Bei der Auswahl des Saatguts hat uns hierbei maßgeblich der NABU geholfen, dafür vielen Dank an Rainer Michalski und Hermann-Josef Windeln.

Die Notbewässerung

Angesichts der Kosten für hochwertiges Saatgut hatten wir in den letzten Dürrejahren immer wieder bedenken, dass uns eine Blühwiese schlicht austrocknen kann, wenn wir keine Bewässerung verfügbar haben. Nun bewässern sich 1.700qm nicht von selbst, deshalb muss man diese Größenordnung schon in den Griff bekommen. Allerdings befinden sich in der Gruppe einige hartnäckige Techniker, die nicht davor zurück schreckten, eine Lösung für eine relativ große Fläche zu entwickeln. Ein von oben nicht sichtbarer Brunnen steht jetzt bereit für eine Beregnung im Notfall, wobei sich alle vorhandenen Module im Boden befinden.

Insektenhotels und Habitate

Unsere Insektenhotels haben wir selbst entwickelt. Sie bestehen aus Buchenholz und sind mit Löchern zwischen 2mm und 9mm Durchmesser besetzt. Im Frühjahr mehr darüber. Darüber hinaus erstellen wir eigens für die Wildbienenarten, die ihre Nester in Form von Gängen in den Boden graben, zusätzlich einen „Sandkasten“, in dem diese Arten nisten können. Der Sand ist dabei kein typischer Bausand sondern ungewaschener Füllkies, in unterschiedlicher Korngröße. Die darin enthaltenen Erd- und Lehmreste werden von Wildbienen ebenfalls zum Bau ihrer Sandhöhlen verwendet.