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Unsere Insektenhotels

In diesem Artikel stellen wir die unterschiedlichen Nisthilfen vor, in Form von Insektenhotels und Bodenhabitaten. Auf unseren Naturfeldern werden pro Hektar insgesamt 10 Nistplätze aufgebaut. Darunter sind 5 klassische Insektenhotels und 5 Bodenhabitate. Die Platzierung erfolgt dabei abwechselnd.

Das Insektenhotel

Da wir spezielle Anforderungen an unsere Insektenhotels haben, wie z.B. die Transportfähigkeit, haben wir spezielle Insektenhotels konzipiert, die es so nicht auf dem Markt gibt. In Sachen Insektenhotels fiel uns zunächst auf, dass viele zwar nach einem traditionellem Muster gebaut sind (Baumscheiben mit Bohrungen und Fächer mit Substrat), was aber nicht unbedingt optimal für die sie bewohnenden Insekten sein muss.

So werden Nisthöhlen zum Beispiel bei Baumscheiben regelmäßig in Faserrichtung gebohrt. Der Nachteil hierbei: Die Fasern werden zerdrückt, längs aufgeschnitten und stellen sich auf. Womit keine saubere Bohrung entsteht. Zudem reißen die Baumscheiben beim Trocknen oft von der Seite aus in Richtung der Nisthöhlen. Dadurch kann Feuchtigkeit eindringen und die Brut schädigen. Nisthöhlen mit einem Riss werden deshalb normalerweise gar nicht erst angenommen.

Nicht zuletzt soll das Insektenhotel transportfähig bleiben. Dazu wird es auseinander genommen, wobei die Holzbalken mit besetzten Nisthöhlen in Regalen eingelagert werden können. Wenn wir also ein Naturfeld abbauen, so sind die Tiere nicht verloren sondern wechseln lediglich ihren Standort und verlassen entweder auf dem nächsten Naturfeld ihren Nistplatz, oder noch im Außenlager.

Als feste Verankerung für Insektenhotels kommen hier keine Fundamente in Frage. Deshalb haben wir einen „Schuh“ konzipiert, der ebenfalls aus Stahl-U-Profilen besteht und der 40-50 cm in die Erde geschlagen wird. Dafür muss niemand auf eine Leiter steigen, da er von in Kniehöhe eingeschlagen wird. Wobei aber sichergestellt werden muss, dass die U-Profile exakt ausgerichtet sind, damit sich später auch die Balken einschieben lassen.

Die Abbildung oben ist insofern nicht ganz stimmig, als dass die Insektenhotels von hohen Stauden umgeben sind, die auch einen Windschutz darstellen. Diese wurden hier aber weggelassen, da sonst auch das Hotel nicht zu sehen wäre.

Die aus unserer Sicht wichtigsten Kriterien in der Übersicht:

  • Trockenes Hartholz, seitlich angebohrt (gegen die Faserrichtung)
  • saubere Bohrungen (innen glatt und ohne rauhe Kanten u. herausstehende Fasern, außen splitterfrei)
  • ausreichend viele Nisthöhlen pro Fläche (ca. 5.000 je Hotel)
  • durchsichtiger seitlicher Wetterschutz ohne Abschattung der Nachmittags-/Abendsonne
  • Ohne selten belegte Substrate (keine Zapfen, Schmetterlingsquartiere, Ziegelsteine, o.ä.)
  • transportfähige Nistbalken, in Regalen außen (überdacht) einlagerbar
  • Das Muster der Bohrungen dient den Tieren als Orientierung

Technischen Daten (je Hotel)

Maße: 220 x 160 x 11 cm, (Höhe 170 cm)
Holz: Buche 10 x 10 cm (oberflächenbehandelt mit Naturwachs)
U-Profile Seitenteile: 2 Stk. 210 x 10,5 x 5 cm
U-Profile Schuh: 2 Stk 50 x 10,5 x 5 cm
Rückwand: Naturfaser-Dämmmatte u. Teichfolie
Wetterschutz: Acrylglas satiniert
Bohrungen: ca. 5.000 Stk, Durchmesser 2-9mm

 

Das Bodenhabitat

Viele Wildbienenarten nisten gar nicht in klassischen Insektenhotels, sondern graben Höhlen in offen liegende Böden. Da gerade sie besonders vom Aussterben bedroht sind, haben wir ihnen und anderen Insekten ein eigenes Bodenhabitat gewidmet. Natürlich profitieren nicht nur Wildbienen von diesen Habitaten, sondern auch andere Insekten und indirekt auch Vögel.

Entfernung der Vegetation

Grundvoraussetzung ist zunächst, dass an der betreffenden Stelle sämtliche Pflanzen entfernt werden, damit die Tiere eine freie Stelle vorfinden. Wichtig ist dabei, dass nicht nur der Sand frei liegt, sondern auch der Übergang zum Boden. Natürlich wächst dieser mit der Zeit auch wieder zu. Hier gehört zu den regelmäßig wiederkehrenden Arbeiten auch, dass der Übergang zum Sand frei gehalten wird. Wobei der Sand nicht irgendein Sand ist.

Ungewaschener Füllkies (ca. 500kg)

Um Höhlen graben bzw. bauen zu können, bedarf es eines passenden Substrates. Wichtig ist, dass man hier weder „Bausand“ (sog. „scharfer Sand“ aus Körnern mit scharfen Kanten) verwenden kann, noch Füll- bzw. „Spielsand“ (oder auch Fluss-Sand). Bei diesem Sand sind die Ecken abgeschliffen, die Körner sind rund und fließen dementsprechend leicht, da weniger Reibung entsteht. Mit diesem Sand ist es nicht möglich, Höhlen zu bauen. Stattdessen wird hier „ungewaschener Füllkies“ verwendet. Dieser hat eine gemischten Korngröße von 1 – 8mm. Ungewaschen, weil auch die enthaltenen Staub- u. Erdpartikel beim Bau der Höhlen für die Tiere nützlich sind.

Lehmboden (ca. 20 kg)

Hilfreich beim verkleben der Höhlen ist für Wildbienen und andere Insekten Lehmboden. Da ein Acker an der Oberfläche normalerweise wenig bis keinen Lehmboden enthält, wird dieser an der richtigen Stelle, d.h. zwischen Wasserstelle und Sandhaufen positioniert. Die Nähe von Sand, Lehm und Wasser erleichtert die Bautätigkeit für Insekten enorm.

Wasserstelle (40 x 40 x 40 cm)

Die Wasserstelle hat für Insekten gleich mehrere wichtige Funktionen. Zunächst natürlich als Tränke für alle möglichen Insekten und viele andere Wildtiere. Zudem ist das Wasser auch wichtig für den Höhlenbau. Außerdem können Insekten, die ihr Larvenstadium im Wasser verbringen, ebenfalls hier ihre Eier ablegen,

Möglicherweise machen hiervon auch Stechmücken Gebrauch. Allerdings ist auch dies aus unserer Sicht eine positive Begleiterscheinung, da Mücken und Mückenlarven wiederum ein gutes Futter etwa für Vögel oder Spinnen sind. Auch wenn die Wasserstelle aus menschlicher Perspektive recht klein ist, können sich hier auch kleine Wassertiere entwickeln. Deshalb ist gerade im Bezug auf die Artenvielfalt eine Wasserstelle von besonderem Wert. Hier denken wir eher integrativ und über die Grenzen hinaus, denn genau so ist auch unsere Natur organisiert.

Totholz (2-4 Stk, Laubholz)

Totholz ist eine sinnvolle Ergänzung zu diesem Habitat. Allerdings wird es sich (nicht wie in der Abbildung gezeigt) ausschließlich um Laubholz und nicht um Nadelholz handeln. Das Altholz darf auch abgehende Äste enthalten. Es dient zunächst der Stabilität und gibt dem Sand halt. Dieser würde als frei stehender Haufen schnell auseinander fallen. Äste, die höher als 30cm über den Boden hinaus ragen, werden hier teilweise ebenfalls mit Bohrungen als Nisthilfen versehen.

Die aus unserer Sicht wichtigsten Kriterien in der Übersicht:

  • Strukturierung der Landschaft (keine gleichförmige Blühwiese) als „offene Stelle“ im Boden
  • Bodenhabitate für Wildbienen und andere Insekten
  • Lehmboden als Baumaterial für den Höhlenbau (nebenbei auch für Schwalben)
  • Ungewaschener Füllsand als verwendbares Substrat für den Bau von Erdhöhlen
  • Wasserstelle mit vielen Funktionen
  • 40cm tief (um Austrocknung zu verhindern)

Wandeln Sie gemeinsam mit uns landwirtschaftliche Äcker um in Lebensräume mit mehr Artenvielfalt!
Hier finden Sie unsere laufende Crowdfunding-Kampagne

 

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