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Die Verwendung der Mittel für die Naturfelder

Nach unserem Start gab es viele ähnliche Rückfragen zur Verwendung der finanziellen Mittel und woher zum Beispiel das Land stammt, auf dem die Naturfelder entstehen. Hierzu wollen wir in diesem Artikel informieren

Woher kommt das Land?

Wir selbst kaufen oder pachten kein Land, sondern nutzen die Flächen der teilnehmenden Landwirte. Es stehen ohnehin nur wenige Flächen überhaupt zum Verkauf. Sofern doch, handelt es sich oft um stillgelegte Flächen, die bereits Insektenhabitat sind. Unsere Naturfelder sollen aber nicht mit bestehenden Brachflächen und Habitaten konkurrieren. Sie sollen ZUSÄTZLICHE Blühflächen hervor bringen. Deshalb richten wir unser Angebot bewusst an Landwirte, die sonst konventionell anbauen und an einem alternativen Geschäftsmodell interessiert sind, welches anstatt auf Nutzkulturen auf Naturschutz abzielt. Wenn dadurch der ökologische Nutzen der Fläche am Ende signifikant steigt, sehen wir unsere Mission als erfüllt.

Abgrenzung gegenüber Greening u. Anbau von Futterpflanzen

Im Hinblick auf unsere Leistungen gab es mehrfach dasselbe Missverständnis. Offenbar setzen viele unsere Leistung mit dem gesetzlichen Greening gleich und gehen davon aus, dass wir ausschließlich eine Blühwiese erstellen. Das ist aber keineswegs so, denn wenn der Landwirt die Blühwiese eingesät hat, geht für uns die Arbeit erst richtig los. Dabei ist der Arbeitsaufwand für die weiteren Arbeiten an den Habitaten im Vergleich zur Einsaat der Blühwiese ungleich höher. 

An dieser Stelle möchten wir gerne nochmals auf die Unterschiede hinweisen: Greening und sog. Zwischenfrüchte (Leguminosen) sind ursprünglich nicht (ausschließlich) für Insekten da, sondern um die Bodenqualität zu verbessern. Dementsprechend hoch ist auch der Anteil an Leguminosen in der Blühmischung, um eine Gründüngung des Bodens zu erreichen. Ferner werden Wiesen für die Futterproduktion oft gemäht, um ausreichend Tierfutter zu produzieren. Nach der Mahd steht ein Feld aber erst mal ohne Blüte da und es dauert dann wieder Wochen, bis sich neue entwickeln.

Unsere Blühmischungen sind einzig und allein auf ihre Tauglichkeit für Insekten abgestimmt, wobei die Naturfelder extra NICHT gemäht werden, damit ein durchgehender Bestand an Blüten gewährleistet ist. Die Blühpflanzen suchen wir ebenfalls nach dem Kriterium aus, dass der Blütenbestand möglichst ganzjährig, d.h. vom Frühling bis weit in den Herbst hinein gesichert ist. Gemäht oder umbrochen wird erst im Winter bzw. Frühjahr zur nächsten Saison. Die mehrjährigen Stauden werden beschnitten, ausgegraben und überwintern, um im Frühjahr wieder auf ein Naturfeld gesetzt zu werden.


Wodurch entstehen welche Kosten?

Den Einwand, dass Kosten und Ertrag bei den Naturfeldern in keinem angemessenen Verhältnis stehen, hören wir häufig. Wenn man nur auf dieses eine erste Naturfeld schaut, scheint er zunächst auch nahe zu liegen.

Aber: Naturfelder sind nicht mit einfachen Blühwiesen zu vergleichen. Wir betreiben einen erheblich höheren Aufwand, als einfach nur Saatgut auf dem Feld sähen zu lassen. Angefangen von der Herstellung und Montage der Insektenhotels und dem Anlegen der Bodenhabitate bis zur Entschädigung der Landwirte für die entgangene Ernte und geleistete Arbeit entstehen sehr viel höhere Kosten, als offenbar auf den ersten Blick ersichtlich ist. Vor allem geht es beim Crowdfunding nicht nur um das eine Feld. Vielmehr geht es darum eine Plattform aufzubauen, die es in Zukunft ermöglicht, auf einfachem Wege interessierte Unterstützer und Landwirte zusammen zu bringen, damit in ganz Deutschland Naturfelder entstehen können. Wer schon eine webbasierende Plattform erstellt hat, weiß, dass dies mit erheblichem Arbeitsaufwand verbunden ist. Zusätzlich ist es im nächsten Schritt wichtig, den Bekanntheitsgrad der Initiative zu erhöhen. Deshalb können wir von einem nennenswerten Deckungsbeitrag zum aktuellen Zeitpunkt gar nicht sprechen. Vielmehr sind zunächst große Investitionen in das Projekt nötig. Trotzdem werden in der Folge die Kosten bei zukünftigen Feldern selbstverständlich erheblich sinken, je mehr Fläche es ist. Wir haben diesen Skaleneffekt auch schon in einem anderen Artikel unter der Überschrift „Rechenmodell“ thematisiert.

Materialkosten für Blühmischungen und Stauden

Die Blühmischung für einen Hektar Ackerland, bestehend aus der Grundmischung und einem kleineren Teil lokalen Saatguts.

  • Staudenmischung (wird auf den Habitatinseln von Hand eingesät)
  • Ca. 200 vorgezogene Stauden (werden auf die Habitatinseln gepflanzt)

Es handelt sich hierbei um Stauden, die bereits 1 Jahr alt sind, da sie ansonsten innerhalb des ersten Jahres noch zu klein wären. Die Stauden dienen auch Raupen, Maden und Larven als Futter und schützen die Bodenhabitate vor Wind und Regen.

Arbeitsaufwand:

  • Aussaat der Staudenmischung auf den 10 Habitatinseln (ca. 1.000qm)
  • Pflanzung der ca. 200 vorgezogenen Stauden auf den 10 Habitatinseln


Kosten für Insektenhotels u. Bodenhabitate

Material für 5 große Insektenhotels (202 x 160 x 11,5 cm) je Hektar

  • 50 Stk Buchenbalken (200 x 10 x 10cm)
  • 10 Stk U-Stahlprofil Feuerverzinkt mit Bohrungen für Schlossschrauben
  • 5 Stk Blechdach inkl. Aufhängung/Befestigung via Holzklötze u. oberem Balken
  • 5 Stk Wetterschutz seitlich (Acrylglas satiniert)

Arbeitsaufwand für Erstellung/Aufbau je Insektenhotel (5 Stk pro Hektar)

  • Oberflächenbehandlung Buche-Balken (Naturwachs)
  • Bohrungen von 2-9mm in 50 Stk Buche-Balken (ca. 5.000 je Insektenhotel)
  • 2 Stk U-Profile einschlagen
  • Balken in U-Profile stapeln u. festschrauben
  • Blechdach u. Wetterschutz montieren

Material für 5 Bodenhabitate (5 Stk pro Hektar)

  • 2,5 Tonnen ungewaschener Füllkies (0-8mm Körnung)
  • ca. 100kg Lehmboden (20kg pro Bodenhabitat)
  • 5 x Teichfolie 100 x 100 cm für Wasserstelle (40 x 40 cm)
  • Alt- bzw. Totholz (10 Stk pro Hektar)

Arbeitsaufwand für Bodenhabitate (5 Stk pro Hektar)

  • Vegetation der Bodenhabitatfläche entfernen (ca. 4qm)
  • Totholz auslegen (2 Stk je Bodenhabitat)
  • Verteilung Füllkies auf die Habitate (ca. 500kg je Bodenhabitat)
  • Aushub Wasserstelle (ca. 40 x 40 x 40 cm)
  • Teichfolie einbringen u. mit Erde/Lehm bedecken
  • Lehmboden zwischen Sand u. Wasserstelle positionieren
  • Wasserstelle auffüllen

Neben den Arbeiten an den Insektenhotels und auf dem Feld, gibt es noch organisatorische Arbeiten:

  • Abrechnungen, Erstellung u. Versand v. Zertifikaten u. Saatgut-Tüten
  • Bekanntmachung bzw. Bewerbung des Angebots, Pressearbeit
  • Rechnungsstellung, Buchhaltung, Vorbereitung Steuerberater
  • Aufbau Buchungsplattform für Naturfelder (ersetzt Crowdfunding-Kampagne)
Sollten Sie hierzu noch weitere Fragen haben, so können Sie diese auch direkt an uns richten. Hier finden Sie unser Kontaktformular.

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Insektenhotel