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Ein selbstkritischer Artikel – Crowdfunding nicht erfolgreich

Kurz vor Ende der Crowdfunding-Kampagne auf Startnext ist mittlerweile absehbar, dass die Kampagne nicht zum Ziel führen und das Projekt in der geplanten Form nicht zustande kommen wird. Von der angestrebten Funding-Summe wurde nur ein Bruchteil erreicht. Vor dem Hintergrund dieses Scheiterns möchten wir uns in diesem Artikel selbstkritisch die Frage nach den Ursachen stellen.

Missverständnisse im Zusammenhang mit Greening und Geldverwendung

Wie schon in unserem Artikel zur Verwendung der Mittel erwähnt, wurde unser Angebot oft mit dem gesetzlichen Greening verglichen. Dieses verpflichtet Landwirte dazu einen Teil ihrer Fläche mit Bienenweide zu versehen. Allerdings entstehen durch die Einsaat von Blühwiesen weitaus geringere Kosten, verglichen mit der Errichtung von Insektenhotels, Bodenhabitaten und der zusätzlichen Anpflanzung von Futterstauden (etwa für Raupen). 

Wir sind nach wie vor der Meinung, dass Blühwiesen alleine nicht reichen. Eine reich  strukturierte Naturlandschaft besteht eben nicht nur aus Blühpflanzen  sondern auch aus Bäumen, Totholz und freien Stellen im Erdboden, indem  bodenbrütende Tiere ihren Lebensraum finden.

Eine der wesentlichen Grundideen des Projektes ist es, einzelne Menschen unter dem Einsatz überschaubarer Geldbeträge in die Lage zu versetzen, gemeinsam große Blühwiesen anlegen zu können und dabei den beteiligten Landwirt für seine Leistung auch noch fair zu bezahlen. Die quadratmeterweisen Buchungen vieler Unterstützer verursachen natürlich einen hohen administrativen Aufwand. Deshalb war es von Anfang an Teil des Planes, im ersten Schritt auch den Grundstein für eine Anwendung zu legen, über welche die Naturfelder buchbar sein sollten. So sollte sich der administrative Aufwand möglichst schnell reduzieren.

Aufgrund der höheren Kosten stand das Naturfelder-Konzept im Vergleich zu reinen Blühwiesen-Projekten immer wieder schlecht da. Leider ist es uns offenbar nicht gelungen die Alleinstellungsmerkmale unseres Ansatzes, die Vorteile für Unterstützer und Landwirte plakativ genug in den Vordergrund zu stellen.

Diskussionen um die Frage der Notwendigkeit der Initiative

Was die Einschätzung der aktuellen Situation betrifft, so haben wir uns auf die wissenschaftlich abgesicherten Aussagen gestützt, die wir auch auf unserer Seite „Fakten und Hintergründe“ vorgestellt haben. Wir denken, unser Konzept stellt ein faire Lösung für Untertützer und Landwirte dar, das denn beschriebenen Problemen effektiv begegnet und der Natur in hohem Maße nutzt.

Allerdings wurde in sozialen Medien immer wieder die Seriösität unserer Initiative in Frage gestellt. Angefangen mit dem Vorwurf, dass angeblich „die Zahlen des NABU doch längst widerlegt“ seien, bis hin zur Unterstellung, Sinn der Initiative sei es sich daran zu bereichern, war ein bunter Straus wilder Behauptungen dabei. Die meisten dieser Äußerungen waren sicherlich haltlos. Sie hatten ihren Ursprung offensichtlich in der nur oberflächlichen Auseinandersetzung ihrer Autoren mit den tatsächlichen Hintergründen der Initiative. Und obwohl wir uns stets bemühten, den Einlassungen mit Geduld und weiterführenden Erklärungen zu begegnen, so hatten sie möglicherweise doch negative Auswirkungen auf die allgemeine Wahrnehmung des Projektes.

Für uns steht an dieser Stelle die Frage im Raum, ob die große Anzahl kritischer Kommentare in den sozialen Medien unsere Kampagne negativ beeinflußt hat. Und damit verbunden natürlich auch, ob wir diesem Phänomen hätten besser begegnen können.

Zu viele „Neuheiten“ in einem Konzept?

Ein weiteres Problem der Naturfelder besteht sicherlich auch darin, dass hier gleich mehrere Innovationen enthalten sind. Schon die Idee der gezielten Umwandlung von landwirtschaftlichen Flächen ist keine Selbstverständlichkeit. Dass hier Landwirte im Auftrag des Naturschutzes arbeiten ist zwar vom gesetzlichen Greening bekannt, ist aber als Dienstleistung ein Novum. Das Konzept haben wir auf unserer Website zwar ausführlich erklärt, aber natürlich liest nicht jeder auch diese Hintergrundinformationen.

Es ist denkbar, dass das Konzept für die angestrebte Form der Finanzierung durch Crowdfunding zu komplex war. Zumindest müssen wir feststellen, dass es uns offenbar nicht gelungen ist die Idee soweit zu verdichten, dass wir sie anschaulich genug in drei Sätzen erklären konnten.

Zu geringe Reichweite durch zu geringe Anschub-Finanzierung

Schauen wir auf die nüchternen Zahlen, so können wir festhalten, dass die Kampagne im Vergleich mit üblichen Erfolgszahlen im Internet, sogar recht gute Ergebnisse erzielt hat. Der Anteil der Personen, die wir erreicht haben, die sich dann auch aktiv an der Finanzierung beteiligt haben, ist nicht geringer gewesen als zu erwarten war. Allerdings ist es uns insgesamt bei weitem nicht gelungen genug Personen zu erreichen. 

Den Grund hierfür sehen wir auf mehreren Ebenen. Insgesamt müssen wir uns eingestehen, dass die Idee, ein solches Projekt praktisch aus dem Nichts ohne Anschub-Finanzierung in Angriff zu nehmen, sehr ambitioniert war. So waren einige Werbemittel, wie zum Beispiel unser Video nicht ausreichend professionell produziert. Ein Budget, um das Projekt konsequent im Internet zu bewerben, fehlte praktisch ganz.

Vor diesem Hintergrund wäre es besonders wichtig gewesen, bereits im Vorfeld Kooperationen mit anderen Akteuren in den sozialen Medien zu schliessen, zum Beispiel mit größerer Reichweite, um für eine weitere und schnellere Verbreitung der Idee zu sorgen.

Am Ende möchten wir allen Unterstützern auf startnext.com herzlich für Ihr Vertrauen danken. Auch über die vielen positiven Reaktionen in den sozialen Medien und in unserem Freundes- und Bekanntenkreis haben wir uns sehr gefreut. Vielen Dank allen Menschen, die uns in den vergangenen Monaten bei der Entwicklung der Idee unterstützt und geholfen haben. Es war uns eine Freude und ein schönes Erlebnis.

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